Zickenumpa

Band

La Marche macht süchtig. Schon nach dem ersten Mal kommt man nicht mehr los von ihrer Musik. Der feine Stoff nennt sich Zickenumpa. Balkanbeats, Ska, Funk und Reggae sind die Essenz. Wer bei dieser Band nicht tanzt, tanzt nie.

Die Familie

Thomas Ehrenberg – E-Gitarre, Gesang
Andreas Aigner – Akkordeon
Torsten Schlauß – Schlagzeug
Marten Köhne – Tasten, Vibraphone
Lea Winkler – Posaune, Gesang
Thomas Strauch – Bass, Gesang

Die Freunde

Franz Stahl – Saxophon, Gesang
Franziska Böhnke – Fotoaparat, Soziale Netzwerkerei
Tim Jürgens – Technik, Dirigat
Uwe Herbst – Schaut von oben zu

La Marche aktuell

Ein oder zwei unterhaltsame Lügen über La Marche

Die wunderbare Musik dieser sympathischen Band ist nicht etwa das Ergebnis modischer Arrangements oder irgendeiner …soliden Ausbildung. Sie beruht vielmehr auf einer seit Jahrhunderten liebevoll gepflegten Familientradition. So sollen schon die ältesten Vorfahren der La Marche-Familie fahrende Spielleute gewesen sein, die ländliche Fürsten bei ihren Gelagen unterhielten und sich mit Wein und Jungfrauen bezahlen ließen.

Das heutige Familienoberhaupt Thomas de la Marche wurde 1921 in einem Wohnwagen bei Paris geboren. Schon als 6-Jähriger beherrschte er nahezu jedes obszöne Lied der Zeit, was in Frankreich der Beherrschung so ziemlich aller Lieder gleichkommt. Als er bei einem Wohnwagenbrand zwei Seiten seiner Gitarre verlor, spielte er fortan Bass.

Von der großen weiten Welt angelockt und von der Aussicht auf eine gute und anständige Arbeit abgeschreckt, entschied er sich bald, Zigeunermusiker zu werden. Zufällig traf er in Marseille seinen Cousin Schlaußn de la Marche, der als bärtige Frau in einem Wanderzirkus arbeitete. Begeistert von dessen Schlagfertigkeit bei einer Kneipenschlägerei beschloss er, mit ihm als Schlagzeuger eine Band zu gründen.

Durch einen weiteren glücklichen Zufall traf man nahe der Niederländischen Grenze auf Väterchen Herbst, ein Herrchen gedrungener Gestalt, das sich aus Kronkorken und Lakritze eine Klarinette gebastelt hatte und nun die kleine Band mit fröhlichen Melodien bereicherte.

So tingelten sie einige Jahre durch die Lande. Der Krieg endete und erste Gerüchte, dass die Stones bald aufhören würde, kamen auf. Die Anwesenheit entfernter Cousinen machte das Reisen im Wohnwagen angenehm. Überglücklich war man als sich die Familie allmählich vergrößerte und die Söhne Andres und Marten geboren wurden. Beide wurden schon im Kleinkindalter an das gemeinsame Musizieren und Rauchen gewöhnt. Da der kleine Andreas wie sein älterer Bruder die Tasten bedienen wollte, wurde für ihn ein sogenanntes AKKORDEON angeschafft. Eine seltsame Art Klavier, das sich nach dem spielen platzsparend zusammenfalten lässt.

Um das Zertifikat einer staatlich geprüften Zigeunerband zu führen, fehlten der inzwischen an der polnischen Grenze ansässigen Familie noch zwei Mitglieder. Man adoptierte das Findelkind Django Ehrenberg und gab ihm den Vornamen seines Ziehvaters Thomas. Der frühere Laufbursche Hupen-Franz wurde mit dem Spiel des sehr einfachen Saxophons betraut. Ausgedehnte Konzertreisen brachte die Band zu allen wichtigen Spielstätten Europas von Madrid bis Lebus. Dass die Zigeunerband auch das gleichnamige Schnitzel erfunden hat, bleibt allerdings eine unbestätigte Behauptung ihrerseits.

Die jüngste Zeit brachte einige Veränderungen in die Band. Um den in Würde gealterten Thomas de la Marche zu entlasten (er stützt sich auf der Bühne zuweilen auf einen Kontrabass) und um den emanzipatorischen Anforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden, wurde das Fräulein Winkelmann fürs Kochen und Putzen eingestellt. Statt sich aber den genannten Tätigkeiten zu widmen, spielt diese Dame lieber Posaune und singt, was ihr jedoch keiner recht verübeln kann, weil seitdem nicht nur allerlei schöne Frauen sondern auch elegante Herren zu den Konzerten der Familie La Marche kommen, von denen hoffentlich noch mehrere Tausend in den gemütliche Spelunken Europas zu erleben sein werden.

Göran Sousterrain

Eine Antwort

  1. Josef Lenden

    Eine köstliche, wunderschöne Vita. Das macht leider richtig Spaß. Man wird süchtig.

    21. April 2014 um 14:23

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